Cologne Game Lab

2010 ging das Cologne Game Lab (CGL) als eigenständiges Institut der Technischen Hochschule Köln an den Start und bot deutschlandweit den ersten künstlerischen Aufbaustudiengang im Bereich Game Development & Research (M.A.) an; seit 2014 gibt es auch den Bachelor-Studiengang Digital Games.

Das CGL setzt sich für die Erforschung und Entwicklung interaktiver Inhalte wie Games, Apps und interaktive Film- und TV-Formate ein. Auf eigenen Veranstaltungen und Fachtagungen stellt das CGL aktuelle und kontroverse Spiele-Themen zur Diskussion, macht sie für die Öffentlichkeit zugänglich und fördert damit einen zielgruppen-übergreifenden Dialog. Mehr zu Projekten des Cologne Game Lab gibt es nach dem Interview mit Co-Direktor Gundolf S. Freyermuth.

 

Fünf Fragen an… Gundolf S. Freyermuth, Co-Direktor des Cologne Game Lab

 

1) Wenn Sie ein Videospiel-Held wären, welcher wären Sie?

Wäre ich nicht gerne, sondern bin ich ja: einer meiner Avatare! Am liebsten mein Mii: topfit in der Virtualität.

 
Gundolf S. Freyermuth, Co-Direktor des Cologne Game Lab

 

2) Welchen Beitrag leisten digitale Spiele zur Kultur? Oder anders gefragt: Warum sprechen wir eigentlich von digitaler Spielekultur?

 

Schon Johan Huizinga wusste: Ohne Spiele gibt es keine Kultur. Nur wenn das Leben als Spiel gelebt wird, wird es gelebt.

 

3) Welches Projekt in der Welt der digitalen Spielekultur liegt Ihnen besonders am Herzen?

 

Die Clash of Realities-Konferenz, denn als einzige Fachkonferenz bringt sie sowohl Wissenschaftler aus den Sozial- und Geisteswissenschaften, die sich mit digitalen Spielen beschäftigen, als auch Game Designer und Spielefans zusammen und erlaubt daher nicht nur einen Austausch zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen, sondern auch zwischen theoretischer Reflexion und künstlerischer Produktion.


Hier werkeln die Mitarbeiter*innen des CGL an ihren spannenden Projekten.
(Foto: isf)

 

4) Welche Erwartungen haben Sie an die Stiftung Digitale Spielekultur?

Die größten und schönsten.

5) Ihr bleibendes Zitat zur digitalen Spielekultur?

 

Seit einem halben Jahrhundert sind digitale Spiele Teil eines größeren zivilisatorischen Prozesses: des Übergangs von der industriellen Kultur mit ihrer Ethik des Zwangs zu hierarchisch-arbeitsteilig organisierter Fabrik- und Verwaltungsarbeit nun hin zu einer digitalen Kultur mit einer Ethik der spielerischen Lust an vernetzt-kreativer Wissensarbeit. Insofern Gesellschaften sich Medien zur Selbstbeobachtung schaffen, wie Niklas Luhmann behauptete, sind digitale Spiele daher das Medium, in dem wir uns in dieser sich entwickelnden Kultur selbst erkennen können.

 

Welche Projekte organisiert das Cologne Game Lab?


Konferenz: "Clash of Realities"

Die Clash of Realities-Konferenz beschäftigt sich mit Trends und Zukunftsentwürfen für die Gestaltung und gesellschaftliche Wahrnehmung digitaler Spiele. 2015 bot die künstlerisch-wissenschaftliche Forschungskonferenz zum sechsten Mal die Gelegenheit zu einem interdisziplinären Austausch und ist mit diesem Konzept einzigartig in Europa. Internationale Referentinnen und Referenten sprechen in Fachvorträgen, Projektpräsentationen, Panel-Diskussionen und Workshops über den Forschungsstand in den Bereichen Game Studies, Storytelling und Game Design. Die Konferenz richtet sich sowohl an Wissenschaftler, Spiele-Entwickler und an Spezialisten aus den Bereichen Bildung, Medien und Kreativwirtschaft, als auch an Studenten und alle Fans digitaler Spiele. www.clashofrealities.com



HisToGo

Im Rahmen des Projektes “HisToGo” wird ein Educative Game zur Geschichte des römischen Köln für Schüler/-innen der 5. und 6. Klasse entwickelt. Die App für Smartphones oder Tablets führt die Nutzer an virtuelle 3D-Orte, die mittels Augmented Reality Technologie mit dem realen Kamerabild des Smartphones zusammengeführt werden. Reale Orte in der Kölner Altstadt werden mit virtuellen Rekonstruktionen römischer Bauwerke überlagert und von den Spielern – angeleitet durch eine GPS-basierte Navigationsfunktion – angesteuert, um dort den historischen Kontext zu erkunden, zu dekodieren und zu visualisieren. (Foto: Katja Burgemeister)



NotGames Fest

Das NotGames Fest entstand am Cologne Game Lab als alternatives Games-Event im Rahmen der Mainstream-Veranstaltungen rund um die Gamescom im August. Inspiriert vom belgischen Künstlerduo Tale of Tales erprobt das Notgames Fest einen ganz besonderen Ansatz bei der Präsentation von Games im öffentlichen Raum. Die Ausstellungsfläche ist hier nicht bloß ein neutraler Standort, an dem verschiedene Exponate versammelt werden, sondern wird zusammen mit den ausgewählten Spielen zu einem 360° Meta-Erfahrungsraum.

 

Mehr über die interessanten Projekte und die Menschen des Cologne Game Lab gibt es auf der Homepage oder auf Facebook.

Artikel erschienen am: Freitag, 22. Januar 2016