PAIDIA

PAIDIA - Zeitschrift für Computerspielforschung ist eine unabhängige Plattform für medienkulturwissenschaftliche Beobachtungen von Computerspielen und versucht damit die Grundsätze des "Münchner Kolloquiums Game Studies und Kulturwissenschaften", aus dem sie hervorgegangen ist, fortzusetzen.

PAIDIA setzt sich aus einer wissenschaftlichen  – aber deshalb nicht weniger begeisterten – Perspektive mit dem Medium und seiner kulturellen Verhandlung auseinander. Wir lenken damit den Blick auf kulturelle Phänomene in Computerspielen wie zum Beispiel die Verhandlung von Geschlecht, Kinder als Motiv, die (in-)konsequente Darstellung des Klimawandels, die spezifische Medialität des Computerspiels uvm. 
 

PAIDIA versucht den Brückenschlag vom begeisterten Computerspieler, der sich einen reflektierten Umgang mit ‘seinem’ Medium wünscht, über den Medien-/Kulturwissenschaftler, der Computerspiele zum Gegenstand seiner Forschung macht, bis hin zu demjenigen, der vielleicht mit Computerspielen noch nie in Berührung gekommen ist, der aber aus grundsätzlichem Interesse an kulturellen Phänomenen und aus Neugierde Zugang zu diesem Medium sucht.

FÜNF FRAGEN AN... DAS MÜNCHENER KOLLOQUIUM GAME STUDIES UND KULTURWISSENSCHAFTEN

Wenn Sie ein/e Videospiel-Held/in wären, welche/r wären Sie?

Franziska Ascher: Amaterasu aus Okami – auf vier Pfoten durch die Gegend zu rennen und mit Kunst die Welt zu verändern, würde mir gefallen.
Robert Baumgartner: Der Prinz des Kosmos (aus Katamari Damacy): In langer Arbeit aus verteilten Artefakten grobe Klumpen und schließlich neue Planeten und Sterne zu bilden, klingt sehr nach der Mitarbeit an den Game Studies.
Gebhard Grelczak: Der Hexer – denn als Witcher kann man in einem narrativ wie auch historisch hochkomplexen Setting cool wie die sprichwörtliche Sau sein, ohne auch nur einen Funken Erinnerung zu haben.
Marcel Schellong: Stanley (The Stanley Parable) - weil das Leben kompliziert ist.
Andreas Schöffmann: Der Barde aus Bard’s Tale, der mit scharfem Auge Situationen erkennt und diese gewitzt auf den Punkt bringt, auch über mediale Grenzen hinweg.
Tobias Unterhuber:  Bigby Wolf. Er raucht viel und wenn man sich wissenschaftlich mit Computerspielen und Popkultur beschäftigt, fühlt man sich des Öfteren wie der tragische Held des jeu noire.
 

Welchen Beitrag leisten digitale Spiele zur Kultur? Oder anders gefragt: Warum sprechen wir eigentlich von digitaler Spielekultur? 

Sie stehen in einem Verhältnis von Teil zu Ganzem.
 

Genauso vielseitig wie ihre Forschungsansätze sind auch die Videospiel-Helden des Autorenteams von PAIDIA.

Welches Projekte oder Event, welche Initiative, welcher Trend in der Welt der digitalen Spielekultur liegt Ihnen besonders am Herzen?

Die Ausdifferenzierung von Gegenstand, Reflexion und Spielern:
Gegenstand: Eine sowohl in Indie- wie in Triple-A-Produktionen immer stärker beobachtbare Tendenz zur kritischen Reflexion des Umgangs mit den gestalterischen Möglichkeiten und damit das Computerspiel, das mehr sein möchte als eine Gratifikationsmaschine.
Reflexion: Eine reflektiertere Auseinandersetzung mit Computerspielen durch die Wissenschaft und die Publizistik, was unter anderem die Entstehung eines Games-Feuilleton mit einschließt.
Spieler: Das Verschwinden des Gamers als monolitihischer Figur, und eine Öffnung hin zu einer polyphonen Spielekultur.
 

Welche Erwartungen haben Sie an die Stiftung Digitale Spielekultur?

Die Förderung und Vernetzung der medienkulturwissenschaftlichen Computerspielforschung auch als Bereicherung der Computerspielnutzung, -kritik, -entwicklung und -kultur.
 

Ihr bleibendes Zitat zur digitalen Spielekultur?

Und Winnetou sprach: "Früher war ich auch ein Abenteurer. Aber dann habe ich einen Pfeil ins Knie bekommen...
Vor dem Gesetz steht ein Torhüter und spricht: "You see? There's nothing here. I haven't even finished building this section of the map because you were never supposed to be here in the first place.
Aus der Einleitung von Luhmanns verschollenem Buch zum Computerspiel der Gesellschaft: "It's dangerous to go alone. Take this Sword."*

 

 

*Die echten Quellen sind:
The Elder Scrolls V - Skyrim, The Stanley Parable und The Legend of Zelda

Artikel erschienen am: Donnerstag, 11. Dezember 2014